Texte II

Zum Werk Wolfgang Kleinöders

Wolfgang Kleinöders bildnerische Kunst lebt aus der Kraft der Bildfarbe. Er entfaltet Bildideen mit der seiner Persönlichkeit inne liegenden spontanen Herangehensweise. Die Intuition bestimmt seine frühe Werkschöpfungsphase. Sie lässt der Farbe auf Leinwand, Holztafel und Papier freien Lauf.

Später mischt sich der Kopf mit ein und beginnt einen bewussten Dialog mit den Elementen aus Eingebungskraft und Zufall. Es entstehen so mehrfach geschichtete Farbüberlagerungen, die Zeugnis vom "Wachsen" der Bilder im Schaffensprozess abgeben. Die Lasur und Schichtmalerei erzeugt Tiefe und farbliche Räumlichkeit im Werk. Im Arbeitsverlauf spielt der scheinbare Zufall auch weiterhin eine wichtige Rolle: mehr oder weniger kontrolliert werden Farbverläufe durch das Tropfen und Wischen der Farbe erzielt, tiefer liegende Farbschichten werden wieder aufgerissen und integriert. Zudem entstehen in einigen Werken reliefartige Oberflächenstrukturen durch das vielfache Überarbeiten und Bearbeiten der Bildoberflächen. Wolfgang Kleinöder entfaltet in seinen Arbeiten ein Höchstmaß technischer Raffinesse gepaart mit Experimentierkraft.

In der Bilderwelt des Künstlers verbirgt sich ein geheimnisvolles Moment. All zu oft sind die Bilder Grenzgänger zwischen Hell und Dunkel, Licht und Schatten, Realität und Vision. Welcher Pol überwiegt, gilt es zu entdecken. Die Bilder öffnen sich dem Betrachter langsam. Dann beginnen sie jedoch zu erzählen. Der Titel eröffnet das Gespräch. Er löst Assoziationen aus. Wünsche, Möglichkeiten, Hoffnungen, Visionen Bewegungsmomente, Fragen und Beziehungen stehen im Mittelpunkt des Werkes. Die individuellen täglichen Wahrnehmungen und Emotionen Wolfgang Kleinöders bilden die Grundlage für sein reiches Werk.

Kathrein Weinhold, Galeristin
Berlin, Oktober 2001

       

       

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